Zwischen Reflexion und Entwicklung: Maria Vogel und ihr „Kompetenzschlüssel“ in der media city leipzig

Zwischen Reflexion und Entwicklung: Maria Vogel und ihr „Kompetenzschlüssel“ in der media city leipzig

Eintrag vom 26.05.2026

Kompetenzen erkennen, stärken und wirksam einsetzen: Maria Vogel begleitet Menschen, Teams und Organisationen in Veränderungsprozessen. In der media city leipzig findet sie dafür einen Ort, der Inspiration und konzentriertes Arbeiten gleichermaßen ermöglicht.

Frau Vogel, Sie arbeiten mit dem Ansatz des „Kompetenzschlüssel“ – was genau verbirgt sich hinter diesem Konzept? 

Kompetenzschlüssel entstand aus der Überzeugung heraus, dass unsere Kompetenzen der Schlüssel für persönliche, berufliche und gesellschaftliche Entwicklung sein können. Ich habe Kompetenzschlüssel 2009 gegründet, um Menschen, Teams und Organisationen in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten. Heute umfasst unsere Arbeit Bildungsangebote, Supervision, Prozessbegleitung, Mediation sowie die Moderation von Veranstaltungen und Gruppenprozessen. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Wie können Menschen ihre vorhandenen Kompetenzen erkennen, stärken und wirksam einsetzen? Dabei verstehe ich Kompetenzen nicht nur als fachliches Wissen, sondern vor allem als die Fähigkeit, mit Herausforderungen, Veränderungen und Beziehungen konstruktiv umzugehen. 

Wie sind Sie persönlich dazu gekommen, sich auf Kompetenzanalyse und berufliche Neuorientierung zu spezialisieren? 

Mich haben schon früh Entwicklungsprozesse von Menschen interessiert – besonders die Frage, warum manche ihre Fähigkeiten klar benennen können und andere trotz großer Erfahrung oft an sich zweifeln. In meiner beruflichen Praxis habe ich immer wieder erlebt, wie viel Potenzial Menschen mitbringen, das ihnen selbst gar nicht bewusst ist. Gerade in Umbruchphasen wird deutlich, wie wichtig Orientierung, Reflexion und eine wertschätzende Begleitung sind. Aus dieser Erfahrung heraus entstand Schritt für Schritt der Ansatz von Kompetenzschlüssel. 

Welche Erfahrungen aus Ihrem bisherigen Werdegang prägen Ihre Arbeit heute besonders? 

Besonders geprägt haben mich die vielseitigen Begegnungen mit sehr unterschiedlichen Menschen, Teams und Lebensrealitäten. Dadurch habe ich gelernt, wie unterschiedlich und individuell Entwicklungsprozesse verlaufen können und wie wichtig es ist, Menschen nicht auf Lebensläufe oder Abschlüsse zu reduzieren. Meine Arbeit ist stark systemisch geprägt: Ich betrachte Menschen immer im Zusammenhang ihrer Beziehungen, Erfahrungen und Lebenskontexte. Dadurch entstehen oft neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten.

Ein zentraler Bestandteil Ihrer Arbeit ist die systemische Erfassung von Kompetenzen – wie läuft so ein Prozess bei Ihnen konkret ab? 

Am Anfang steht immer das Gespräch. Gemeinsam schauen wir auf berufliche Erfahrungen, persönliche Lebensstationen, Herausforderungen und Ressourcen. Besonders wichtig ist mir dabei eine wertfreie und ressourcenorientierte Haltung. Im weiteren Verlauf werden Kompetenzen sichtbar gemacht, strukturiert und in Zusammenhänge eingeordnet. Dabei arbeite ich mit Reflexion, systemischen Fragetechniken und biografischen Zugängen. Oft entsteht dadurch ein neuer Blick auf die eigene Geschichte und auf Fähigkeiten, die bislang selbstverständlich erschienen. 

Was unterscheidet Ihre Herangehensweise von klassischen Coaching-Angeboten oder Karriereberatungen?

Ich arbeite weniger lösungsorientiert im Sinne schneller „Karriereoptimierung“, sondern eher entwicklungs- und prozessorientiert. Mir geht es darum, gemeinsam Räume für Reflexion, Orientierung und Entwicklung zu schaffen. Dabei spielen Kommunikation, Beziehungen, Ressourcen und persönliche Erfahrungen eine große Rolle. Durch die Verbindung von Bildungsarbeit, Supervision, Mediation und Prozessbegleitung entsteht häufig eine nachhaltigere Form der Veränderung.

Viele Menschen unterschätzen ihre eigenen Fähigkeiten. Wie helfen Sie dabei, verborgene Kompetenzen sichtbar zu machen? 

Viele Menschen nehmen das, was sie täglich leisten, als selbstverständlich wahr. Gerade darin liegen aber oft zentrale Kompetenzen: Organisation, Konfliktfähigkeit, Empathie, Verantwortungsübernahme oder Kommunikationsfähigkeit. Durch gezielte Fragen und systemische Reflexion entsteht häufig ein Perspektivwechsel. Menschen beginnen, ihre Erfahrungen anders zu betrachten und ihren eigenen Fähigkeiten mehr Bedeutung zu geben. 

Arbeiten Sie mit bestimmten Modellen oder wissenschaftlichen Methoden, auf denen Ihr Ansatz basiert? 

Ja, meine Arbeit verbindet systemische Ansätze, Biografiearbeit, ressourcenorientierte Beratung sowie Methoden aus Supervision, Mediation und Prozessbegleitung. Wichtig ist mir dabei immer, theoretische Grundlagen so einzusetzen, dass sie Menschen konkret unterstützen und Orientierung ermöglichen. 

Welche Rolle spielen Biografiearbeit oder persönliche Lebensstationen in Ihren Prozessen? 

Eine sehr große Rolle. Kompetenzen entstehen bzw. zeigen sich oft gerade in Übergängen, Krisen oder besonderen Lebenssituationen. Biografiearbeit hilft dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Entwicklung als Prozess zu verstehen. Viele Menschen erleben dadurch mehr Klarheit und einen wertschätzenderen Blick auf ihren eigenen Weg.

Mit welchen Anliegen kommen Ihre Klientinnen und Klienten am häufigsten zu Ihnen? 

Viele Menschen kommen in Phasen der Veränderung oder Neuorientierung. Das können berufliche Umbrüche sein, Konflikte im Arbeitskontext, Entscheidungsprozesse oder der Wunsch nach mehr Klarheit und Sinn. Auch Teams und Organisationen suchen häufig Unterstützung bei Kommunikations- und Entwicklungsprozessen. 

Gibt es typische Situationen, in denen Ihre Arbeit besonders gefragt ist, zum Beispiel nach Umbrüchen oder in Entscheidungsphasen? 

Ja, besonders in Übergangs- und Veränderungsphasen ist der Bedarf groß. Wenn Sicherheiten wegfallen oder neue Anforderungen entstehen, suchen viele Menschen nach Orientierung und Stabilität. Dann kann es hilfreich sein, Kompetenzen sichtbar zu machen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. 

Arbeiten Sie überwiegend mit Einzelpersonen oder auch mit Unternehmen und Teams? 

Ich arbeite sowohl mit Einzelpersonen als auch mit Teams, Einrichtungen und Organisationen. Die Themen reichen von beruflicher Orientierung über Supervision und Mediation bis hin zu Moderation und Prozessbegleitung in Gruppen und Institutionen. 

Können Sie ein Beispiel beschreiben, in dem Ihre Arbeit für eine Person oder ein Team besonders viel verändert hat? 

Besonders berührend sind Prozesse, in denen Menschen wieder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln. Ich erinnere mich an eine Person, die nach längerer beruflicher Pause überzeugt war, kaum relevante Kompetenzen mitzubringen. Im gemeinsamen Prozess wurde sichtbar, wie viele Fähigkeiten sie in unterschiedlichen Lebensbereichen entwickelt hatte. Daraus entstanden nicht nur eine neue berufliche Perspektive, sondern auch deutlich mehr Selbstvertrauen. 

Was sind typische „Aha-Momente“, die Ihre Klientinnen und Klienten während des Prozesses erleben? 

Oft sagen Menschen: „So habe ich das noch nie gesehen.“ Viele erkennen erstmals, dass ihre Erfahrungen und Lebenswege einen Wert haben und Kompetenzen darin sichtbar werden. Diese Momente schaffen häufig Erleichterung, Selbstvertrauen und neue Perspektiven. 

Was macht für Sie eine gelungene Kompetenzentwicklung aus? 

Wenn Menschen ihre Fähigkeiten bewusster wahrnehmen, handlungsfähiger werden und ihre eigenen Ressourcen nutzen können. Für mich bedeutet Kompetenzentwicklung immer auch Selbstwirksamkeit, Klarheit und die Fähigkeit, Veränderungen aktiv mitzugestalten. 

Welche Entwicklungen oder Trends beobachten Sie aktuell im Bereich berufliche Orientierung und Weiterbildung? 

Ich beobachte, dass lineare Lebens- und Berufswege immer seltener werden. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Sinn, Selbstbestimmung und persönlicher Entwicklung. Dadurch gewinnen Themen wie lebenslanges Lernen, Reflexionsfähigkeit und soziale Kompetenzen zunehmend an Bedeutung. 

Wie lange haben Sie Ihr Büro bereits in der media city leipzig und warum fiel die Wahl damals auf diesen Standort? 

Die media city leipzig ist für mich ein inspirierender Ort, an dem Kreativität, Austausch und Professionalität zusammenkommen. Der Standort passt gut zu meiner Arbeit, weil hier Offenheit, Entwicklung und Vernetzung gelebt werden. 

Inwiefern passt ein Angebot wie Ihres in ein Umfeld, das stark von Medien, Kreativwirtschaft und Produktion geprägt ist? 

Gerade kreative Arbeitsfelder sind häufig von Dynamik, Veränderung und projektorientierter Zusammenarbeit geprägt. Deshalb spielen Kommunikation, Reflexion und Prozessbegleitung dort eine wichtige Rolle. Ich sehe viele Schnittstellen zwischen meiner Arbeit und den Anforderungen moderner Arbeitswelten. 

Erleben Sie die media city leipzig eher als Ort für Austausch und Inspiration oder als Standort für konzentriertes Arbeiten? 

Beides. Die Atmosphäre ermöglicht konzentriertes Arbeiten, gleichzeitig entstehen durch die Vielfalt der Menschen und Branchen immer wieder neue Impulse und Begegnungen. 

Welche konkreten Vorteile bietet Ihnen die media city leipzig im Arbeitsalltag, zum Beispiel in Bezug auf Infrastruktur, Netzwerk oder Sichtbarkeit? 

Die gute Infrastruktur, die professionelle Umgebung und die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch sind große Vorteile. Außerdem schätze ich die Offenheit und Vernetzung am Standort sehr. 

Gibt es etwas am Standort, das Ihre Arbeit positiv beeinflusst? 

Ich mag besonders die kreative und gleichzeitig professionelle Atmosphäre. Sie unterstützt genau die Art von Entwicklungs- und Prozessarbeit, die meine Arbeit ausmacht. 

Wenn Sie auf die kommenden Monate schauen: Welche Themen oder Projekte möchten Sie weiter ausbauen? 

Ich möchte insbesondere die Bereiche Bildungsangebote, Prozessbegleitung und Moderation weiterentwickeln. Im Bereich Prozessbegleitung unterstützen wir unser Projekt SchuBiL bereits aktiv und werden das noch weiter intensivieren. Außerdem interessieren mich Formate, die Menschen und Teams dabei unterstützen, Veränderungsprozesse bewusst zu gestalten und Kompetenzen frühzeitig sichtbar zu machen.

 

Kontakt
Maria Vogel
Telefon: +49 174 9656364
Internet: https://www.kompetenzschluessel.de
E-Mail: info@kompetenzschluessel.de

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© Astrid Becker
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