top ten tv: Neuer Geschäftsführer, klare Vision – Postproduktion mit Profil
Mit Jörg R. Müller übernimmt ein erfahrener Video-Editor die Geschäftsführung der top ten tv GmbH. Seit über zwei Jahrzehnten steht das Unternehmen in der media city leipzig für hochwertige Postproduktion und geht nun mit frischen Impulsen in die Zukunft.
Herr Müller, zuallererst herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt! Können Sie uns die top ten tv GmbH kurz vorstellen? Was macht Sie aus, welche Leistungen bieten Sie an?
Vielen Dank. Die top ten tv GmbH ist eine seit 2001 etablierte Postproduktionsfirma hier in der media city leipzig. Seit 2014 bin ich in der Firma angestellt. Unser Schwerpunkt liegt auf der professionellen Postproduktion von Dokumentationen und Reportagen, vor allem für öffentlich-rechtliche Sender wie MDR, ARD und arte. Wir begleiten Projekte vom Schnitt über Farbkorrektur, Animation und Sprachaufnahme bis hin zur Endfertigung.
Wie würden Sie die besondere Stärke Ihres Unternehmens beschreiben?
Alles bleibt in meiner Hand. Das ermöglicht mir den vollen Überblick zu behalten und die bestmögliche Fertigstellung. Zehn Jahre habe ich mich intensiv auf den Bildschnitt spezialisiert und dabei zahlreiche Fähigkeiten erworben. Dadurch kann ich meine eigene Bildsprache schaffen und biete somit auch ein Alleinstellungsmerkmal.
Ihre Firma ist seit rund 25 Jahren in der media city leipzig ansässig. Was macht diesen Standort für Sie besonders attraktiv?
Ich sitze Tür an Tür mit wichtigen Auftraggebern wie dem MDR. Das ermöglicht spontane Abstimmungen, kurze Wege und eine sehr enge Zusammenarbeit. Außerdem wohne ich nur 10 Minuten mit dem Fahrrad bzw. eine S-Bahn-Haltestelle entfernt. Die media city leipzig ist für mich einfach der ideale Standort.
Wie hat sich Ihr Unternehmen in diesen Jahren am Standort entwickelt: technisch, personell und inhaltlich?
2017 schloss ich meine Ausbildung zum Mediengestalter Bild & Ton ab und erhielt zeitgleich meine Festanstellung bei top ten tv. Seitdem war ich hauptsächlich für die Postproduktion verantwortlich und konnte mich endlich auch längeren Projekten widmen. Dazu zählte unter anderem das Format ‚Echt – Das Magazin zum Staunen‘. Spätestens ab diesem Zeitpunkt lag mein voller Fokus darauf, meine Schnittqualität kontinuierlich zu verbessern. Nach dem Verlust der Sendung ‚Damals war´s und der Einstellung von ‚Echt‘ musste sich die Firma neu aufstellen. Inhaltlich bin ich jedoch bis heute mit Formaten wie ‚Arte Re‘, ‚exactly‘, ‚Fakt‘, ‚Der Osten – Entdecke, wo du lebst‘ sowie verschiedenen Einzelproduktionen verbunden, sodass es für mich immer eine Alternative gab und gibt. Nach der Firmenübernahme bin ich fürs Erste auf mich allein gestellt.
Welche Rolle spielt die Nähe zu anderen Medienunternehmen und zum MDR für Ihre tägliche Arbeit?
Viele Projekte profitieren davon, dass Redakteure, Autoren oder Sprecher einfach kurz vorbeikommen können. Das macht Prozesse schneller, persönlicher und oft auch kreativer.
Seit Januar 2026 sind Sie neuer Geschäftsführer. Was hat Sie motiviert, diese Verantwortung zu übernehmen?
Im Juli 2025 kam der ehemalige Geschäftsführer Marcus Wilhelm auf mich zu und bot mir an, die Firma zu übernehmen und den Betrieb fortzusetzen. Ich entschied mich dafür und startete die intensive Vorbereitung zur Übernahme. Die Chance, eine etablierte Firma mit gutem Ruf weiterzuführen und gleichzeitig eigene Impulse zu setzen und selbstständig zu sein, hat mich sehr gereizt.
Welche Visionen oder Ziele verfolgen Sie in Ihrer neuen Rolle als Geschäftsführer?
Als Geschäftsführer werde ich weiterhin als Video-Editor tätig sein. Es wird eine Herausforderung, die kreativen und administrativen Tätigkeiten zu verbinden. Zukünftig will ich nicht nur an meinem Standort, sondern auch an anderen Orten tätig sein. Ziel ist es, den exzellenten Ruf, den die Firma hat, weiter auszubauen – auch über Leipzig hinaus.
Gibt es direkte Veränderungen, die Sie bereits in den ersten Wochen angestoßen haben?
Ja, vor allem optisch haben sich die Räumlichkeiten stark verändert. Aus vier Schnittplätzen wurden zwei, und aus dem Teppichboden wurde Vinyl. Vieles befindet sich noch im Aufbau. Die ersten Reaktionen darauf waren sehr positiv. Das neue Konzept verfolgt einen Look zwischen Studio und Wohnzimmer. Vor allem geht es hier um eine angenehme Arbeitsatmosphäre, die sich von anderen abheben soll. Administrativ befinde ich mich noch mitten in der Post-Übernahmephase. Zurzeit wird außerdem die Firmenwebsite optisch und inhaltlich überarbeitet und voraussichtlich Ende Februar neu online gestellt.
Wie möchten Sie die Unternehmenskultur bei top ten tv weiterentwickeln?
Mir sind Offenheit, Verlässlichkeit und ein partnerschaftlich-lockerer Umgang wichtig – intern wie extern. Auch als kleines Unternehmen will ich ein Umfeld schaffen, in dem konzentriertes Arbeiten genauso möglich ist wie kreative Diskussionen auf Augenhöhe. Dabei gilt: Alles so unkompliziert wie möglich.
An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell, welche Highlights können Sie uns verraten?
Ein Projekt kann ich tatsächlich erwähnen: Die arte-Dokumentation ‚Der Gigant – Die legendäre Antonov‘ wird mit weiteren spannenden Episoden auf 90 Minuten verlängert. Die Veröffentlichung ist für Ende Februar 2026 auf dem MDR YouTube-Kanal geplant.
Gibt es neue Formate, Themen oder technische Ansätze, die Sie in Zukunft stärker verfolgen wollen?
Ich habe großes Interesse, mich weiter auf Dokumentationen und Reportagen zu konzentrieren.
Wie empfinden Sie die Medienlandschaft in Leipzig und speziell die Entwicklungen in der media city leipzig in den letzten Jahren?
Leipzig ist und bleibt ein sehr lebendiger Medienstandort. Die media city leipzig bildet dabei einen zentralen Knotenpunkt, der Kreative, Produzenten und Sender zusammenbringt. Diese Dynamik ist weiterhin spürbar und motivierend. Natürlich beobachte ich, dass immer mehr Medienfirmen ihre Pforten schließen oder Sender zunehmend auf Sparkurs gehen. Dennoch hält mich das nicht davon ab, optimistisch in die Zukunft zu blicken.
Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie für die media city leipzig als Medienstandort?
Die große Chance liegt im starken Netzwerk und in der Vielfalt der ansässigen Unternehmen. Die Herausforderung ist, sich in einem sich schnell wandelnden Medienmarkt kontinuierlich weiterzuentwickeln und attraktiv zu bleiben.
Was schätzen Sie am meisten an der Zusammenarbeit mit anderen Firmen und Partnern im Standortumfeld?
Ich schätze den persönlichen Austausch und die Zuverlässigkeit. Viele Kooperationen sind über Jahre gewachsen und basieren auf Vertrauen. Das ist gerade in der Medienproduktion ein unschätzbarer Wert.
Wie sehen Ihre Pläne für top ten tv in den nächsten zwei bis fünf Jahren aus? Gibt es strategische Ausrichtungen oder neue Märkte, die Sie anvisieren?
Ich möchte das Unternehmen stabil weiterführen und gleichzeitig behutsam erweitern – neue Kunden, neue Formate, auch außerhalb des klassischen TV-Bereichs. Wichtig ist mir ein nachhaltiges Wachstum ohne Qualitätsverlust.
Was würden Sie jungen Medienmachern oder Unternehmern raten, die heute in Leipzig mit einem eigenen Projekt starten wollen?
Diese Frage lässt sich aus meiner Perspektive sehr schwer beantworten. Ich bin selbst ein junger Medienmacher bzw. Unternehmer und muss erst meine eigenen Erfahrungen sammeln. Auch, wenn ich noch am Anfang bin, kann ich zumindest sagen, dass man den Mut haben sollte, den Schritt zu wagen.
Kontakt
Jörg R. Müller top ten tv GmbH
ltenburger Straße 9
04275 Leipzig
Telefon: 034135003700
E-Mail: mueller@toptentv.de
