Wolfsgeheul in der media city
Eintrag vom 03.09.2015
Arizona, Äthiopien, Kaukasus – die Altayfilm GmbH ist in der ganzen Welt zu Hause. Die Firma produziert aufwendige Naturfilme für den internationalen Fernsehmarkt und hat jetzt in der media city leipzig ein Büro eröffnet.
Es ist dieser eine Moment, auf den der Naturfilmer wochenlang, manchmal sogar monatelang wartet: „Wenn das kleine Hörnchen gegen die große Schlange kämpft und man diese Szene auch noch supernah mit der Kamera einfängt – das lässt alle Strapazen vergessen“, schwärmt Yann Sochaczewski. Der Tierfilmer reist seit zehn Jahren in die entlegensten Gegenden der Welt, filmt und dokumentiert bedrohte Ökosysteme und seltene Tiere. „Das ist genau das, was ich immer machen wollte“, sagt er, gibt aber auch zu: „Ein bisschen verrückt muss man schon sein.“ Die Natur ist unberechenbar, die Tage in der Wildnis einsam. „Man weiß nie, passiert jetzt was? Bis man den einen Moment mit der Kamera einfängt, braucht man Glück und Geduld.“
Geduld braucht der 31-Jährige nicht nur, wenn er stundenlang im Tarnzelt sitzt, sondern auch in der Vorbereitung. Von der ersten Idee bis zur Ausstrahlung des Films vergehen oft bis zu fünf Jahre. Verträge mit den internationalen Fernsehsendern, Visa, Genehmigungen - das dauert. Gemeinsam mit seinem Firmenpartner Henry M. Mix ist Yann Sochaczewski oft monatelang unterwegs. „Man muss das Ökosystem und die Tiere verstehen, die man filmen möchte. Man versteht sie nur, wenn man da lebt.“
In diesem Herbst geht Yann Sochaczewski für zwei Monate nach Äthiopien. Doch weder Löwen noch Giraffen sind im Fokus der Filmemacher. „Wir wollen eine junge Wölfin beim Erwachsen werden begleiten. Der äthiopische Wolf ist sehr selten, es gibt nur noch etwa 450 Tiere. Lange wusste man gar nicht, dass es überhaupt Wölfe in Afrika gibt.“ Bis zur Abreise gibt es noch viel zu tun. „Wir fliegen mit einigen hundert Kilo Übergepäck. Da gibt es jede Menge Papierkram zu erledigen“. Die Naturfilmer reisen meist zu zweit, vor Ort stoßen noch Einheimische dazu. „In Afrika haben wir beispielsweise ein Team von etwa acht Leuten: einen Koch, Träger, Guards, die unser Camp bewachen. Zum Teil müssen wir da auch Vorgaben der Behörden erfüllen.“
Die media city schätzt der gebürtige Franzose vor allem als große Bürogemeinschaft: „Obwohl ich so viel unterwegs bin, ist immer jemand da, der mal meinen Briefkasten leert. Auch die Rezeption als permanenter Ansprechpartner ist praktisch.“ Im Leipziger Büro wird demnächst noch ein Schnittplatz aufgebaut. Gut möglich, dass man im Innenhof der Altenburger Straße 9 dann bald die Wölfe heulen hören wird.
Kontakt:
Altayfilm GmbH
Internet: www.altayfilm.com
E-Mail: yann@altayfilm.com





