Vielfalt ist Programm

Eintrag vom 22.06.2015

Gudrun Werner von der DREFA Immobilien Management GmbH organisiert „Kunst in der mcl“

Gudrun Werner hätte sich niemals träumen lassen, dass sie in der Kunstszene mal so bekannt wird. Weder malt sie selbst, noch bespricht sie die neuen Werke der angehenden oder etablierten Stars. Und dennoch bekommt sie häufig Post von Künstlern. Aus der Region, aber auch darüber hinaus. Denn sie organisiert seit Jahren die Ausstellungen in der media city leipzig.

Schlange stehen in der mcl

„Um ausstellungswillige Künstler müssen wir uns nicht kümmern“, sagt die Assistentin der Geschäftsführung der DREFA Immobilien Management GmbH. Immer wieder treffen Anfragen per E-Mail, Brief oder Telefon ein. Keiner werde abgewiesen, nur anstellen müsse man sich. Derzeit reicht die Warteliste für die jeweils zweimonatigen Ausstellungen schon bis 2014.

Nur selten muss Gudrun Werner nach Ersatz suchen, wenn im Nachhinein die ausgemachten Termine nicht mehr zu halten sind. Doch auch das ist kein Problem: „Ich habe Beziehungen zu einem Künstlernetzwerk aufgebaut.“ Das Ausstellen ist für die Künstler kostenlos, auch extra Versicherungen werden nicht fällig. Denn einerseits gilt die mcl-Hausversicherung, andererseits hat rund um die Uhr der mcl-Wachdienst die Bilder im Blick.  

Den Anfang machte ein Elektriker

Begonnen hat die Reihe „Kunst in der mcl“ etwa ein Jahr nach der Eröffnung der  media city leipzig. „Ein Elektriker, der am Bau beteiligt war, bat mich um eine Ausstellungsmöglichkeit für seine privaten Bilder“, erinnert sich Gudrun Werners Chefin, Ulrike von Radowitz. Nach anfänglichen Zweifeln ließ sie sich von der Qualität der Bilder überzeugen, fand den Platz im Gang zwischen Garderobe und Kantine – und hat ihre Entscheidung nicht bereut.

Seit mittlerweile elf Jahren läuft die Reihe ununterbrochen, anfangs in dreimonatigen Abständen, heute werden die Ausstellungen alle zwei Monate gewechselt. „Sonst würde die Warteliste einfach zu lang“, lacht Gudrun Werner. Die Themen sind so vielfältig wie die Kunst selbst: abstrakte und figürliche Malerei, Collagen, Fotografien etc. Diese Vielfalt ist Programm. „Nicht alles gefällt allen, aber es gibt wohl keinen, der sich noch nie für einen der Künstler begeistert hat“, sagt Gudrun Werner.

Bilder, die Geschichten erzählen

Und es lohnt sich natürlich auch für die Künstler. Zum einen hat sich „Kunst in der mcl“ in der Leipziger Szene mittlerweile etabliert, wird von Fachleuten wahrgenommen und auch in der LVZ werden die Vernissagen regelmäßig angekündigt. „Andererseits melden sich häufig Kunstinteressenten, die Bilder kaufen wollen.“ Die vermittelt Gudrun Werner natürlich sofort an die Künstler.

Inzwischen hat Gudrun Werner einen neuen Blick auf Kunst. „Ich mag Bilder, die mir eine Geschichte erzählen.“ Und Favoriten hat sie auch. Etwa die gerade abgelaufene Ausstellung „ABOUT ARCADIA“ von Monika Kropshofer. Oder „Zugezogen“, eine auch von der Öffentlichkeit sehr gelobten Ausstellung, in der Migranten ihren speziellen Blick auf Leipzig zeigten.  

Vielfalt ist Programm

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