Cheryl Shepard beim Küchendienst
Eintrag vom 22.06.2015
„In aller Freundschaft“-Star informiert über Hilfsprojekt
Die Hilfsorganisation „Mercy Ships“ leistet medizinische Hilfe, liefert Hilfsgüter, betreibt Entwicklungsarbeit. Vor allem bekannt ist das Projekt durch das Hospitalschiff, die „Africa Mercy“, auf dem auch die Schauspielerin Cheryl Shepard von „In aller Freundschaft“ bereits ehrenamtlich gearbeitet hat. Bei einem Informationsabend am Donnerstag, den 25. September 2014 um 19 Uhr im Mediengarten der media city leipzig informiert sie persönlich über die gute Sache.
Sie kommen im September zu einem Infoabend über die „Mercy Ships“ in den Mediengarten. Was können die Besucher an diesem Abend erwarten?
In erster Linie wird das Projekt „Mercy Ships“ vorgestellt. Dazu kommt unter anderem der „Mercy Ships“-Geschäftsführer Udo Kronester nach Leipzig. Dr. Guido Köhler, ein Orthopäde, der schon mehrfach ehrenamtlich im Einsatz war, wird seine Arbeit vorstellen. Auch Pfleger kommen zu Wort. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Besucher aus dem medizinischen Bereich den Abend besuchen, weil sie sich ein Engagement auf so einem Schiff auch vorstellen können.
Aber natürlich kann jeder andere auch helfen. Und da kommen Alexa Maria Surholt und ich ins Spiel. Wir berichten darüber, wie auch Menschen ohne medizinische Vorkenntnisse bei „Mercy Ships“ sehr willkommen sind und gebraucht werden. Spenden sind selbstverständlich ebenfalls gern gesehen und auch sonst werden vielfältige Möglichkeiten vorgestellt, wie man „Mercy Ships“ unterstützen kann.
Sie waren auf einem Krankenhausschiff. Was haben Sie dort gemacht?
Ich habe in der Spülküche gearbeitet. Der Arbeitstag begann morgens halb sechs mit den Vorbereitungen zum Frühstück. Im Laufe des Tages waren wir damit beschäftigt, alles nach den strengen Hygienevorschriften eines schwimmenden Krankenhauses sauber zu halten. Auf dem Hilfsschiff sind 400 Leute, in Spitzenzeiten sogar bis 500 oder 600. Da gibt es ziemlich viele Teller, Gläser, Gabeln und Messer aufzuwaschen. In so einer Spülküche ist es sehr warm, manchmal dachte ich: Gleich löse ich mich auf.
Dennoch ist das eine tolle Erfahrung. Man arbeitet in kleinen Viererteams und weiß am Abend, was man gemacht hat.
Es gab also keinen Promibonus …
Nein, überhaupt nicht. Das haben wir uns auch ausdrücklich gewünscht, Alexa Maria Surholt; Hendrikje Fitz und ich. Zudem haben wir zum größten Teil mit Leuten aus dem englisch-sprachigen Bereich gearbeitet. Die kannten uns nicht aus dem TV. Irgendwann hatte es sich herumgesprochen, dass wir Schauspielerinnen sind, aber das hat dann niemanden mehr aufgeregt. Wir waren ganz normale „Mercy Ship“-Mitarbeiter und mussten manchmal eher beweisen, dass wir uns auch die Hände schmutzig machen können und wollen.
Welche Patienten werden auf so einem „Mercy Ship“ behandelt?
Auf dem Krankenhausschiff werden chirurgische Eingriffe vorgenommen, die in den Krankenhäusern vor Ort nicht erledigt werden können. Medizinische Fachkräfte aus aller Herren Länder operieren die komplizierten Fälle ehrenamtlich. Als ich auf dem Schiff war, wurden viele Augenoperationen durchgeführt, aber auch eine große Anzahl orthopädischer Eingriffe. Bei einer OP durfte ich zuschauen, da wurde einem Patienten ein Tumor aus dem Kieferbereich entfernt. Über vier Stunden operierte das Team an einem ersten Eingriff. Insgesamt können solche Operationen bis zu zwölf Stunden dauern. Gerade solche Behandlungen ändern das Leben eines Patienten komplett. Vor der OP können sie häufig kaum essen, manchmal nur schwer atmen. Wegen der Entstellungen werden die Patienten oft von der Gemeinschaft verstoßen. Nach der OP können sie wieder ein normales Leben führen.
Das sind wirkliche Wunderwerke, die all die ehrenamtlichen Mediziner dort vollbringen. Was man da an Dankbarkeit erlebt, ist unbeschreiblich – und sehr berührend.
Sie waren mehrere Wochen auf dem Krankenhausschiff. Was erlebt man da neben der Arbeit?
Es gibt natürlich auch freie Zeit, auch darüber werden wir im September berichten. Gerade auf den Landgängen lernt man die Städte und Menschen kennen, das ist unglaublich spannend. Durch die Kollegen aus der Region erhält man einen sehr authentischen Eindruck von Land und Leuten; Einblicke, die Touristen nie bekommen.
Außerdem erfährt man auch auf der Straße wundervoller Szenen der Dankbarkeit. In Sierra Leone sind Menschen auf uns zugekommen und wollten einfach Danke sagen. Das sind einmalige Erlebnisse.
Zur Person
Cheryl Shepard ist eine in Deutschland lebende US-amerikanische Schauspielerin. Sie wuchs in der Schweiz auf. In Zürich ging sie zur Schauspiel-Akademie. Bühnenerfahrung sammelte sie u.a. in Stuttgart und Mannheim. Nach vielen anderen TV-Rollen ist sie seit 2003 als Dr. Elena Eichhorn in der erfolgreichen Krankenhausserie "In aller Freundschaft" zu sehen.


