01/01/70

Kita für Medienmacher kommt

Die Bauarbeiter legen neue Ziegel auf das Dach in der Altenburger Str. 3.. Bei dem Haus, der alten Fleischerei auf dem früheren Schlachthofgelände, geht es vorerst darum, den Verfall aufzuhalten und Baustoff-Altlasten zu beseitigen. Parallel dazu beginnt derzeit die Ausschreibung für den Ausbau inklusive Erweiterung, die dem denkmalgeschützten Haus eine Zukunft geben soll.

Und um Zukunft geht es in der Altenburger Str. 3 im wahrsten Sinne des Wortes: „Dort soll eine Kindertagesstätte entstehen“, berichtet Ulrike von Radowitz, Geschäftsführerin der DREFA Immobilien Management GmbH. Ihr Unternehmen baut und verwaltet die Immobilie und hat im BBW Leipzig einen kompetenten Partner für die Betreibung der KiTa gefunden. Das Berufsbildungswerk Leipzig ist als freier Träger in Leipzig etabliert. Mit der Kita im Forum Thomanum betreibt das BBW im Sommer schon seine 10. Kindertagesstätte.

Flexible Betreuungszeiten

Die Kita in der Altenburger Str. 3 soll ein „betriebsnaher Kindergarten“ werden. „Wir werden bei unserem Kerngeschäft bleiben“, erklärt Ulrike von Radowitz: „Außerdem wäre es doch lebensfremd, wenn die Kinder ausschließlich mit anderen Medienkindern zusammenkämen.“ Allerdings sollen Kinder von MDR- und DREFA- sowie mcl-Mitarbeitern bevorzugt aufgenommen werden.

Zunächst sind 20 Krippenplätze und 60 Kindengartenplätze geplant. Später kann die Kapazität auf 100 Kinder ausgebaut werden. Für diese wird eine hochwertige Betreuung angeboten, bei der musische, sprachliche sowie eine medienbezogene Erziehung im Einklang mit humanistischen und christlichen Werten im Mittelpunkt steht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf die unregelmäßigen Arbeitszeiten in der Medienbranche. Das heißt: keine Schließzeiten im Sommer und über Weihnachten, verschobene Gruppenzeiten sollen nach Bedarf eingerichtet werden. Notwendige Wochenend- und Abendbetreuungszeiten können über ausgewählte Tagesmütter bzw. –väter gewährleistet werden.

Reges Interesse an Kita

An die 2.000 Medienmacher arbeiten beim MDR und in der media city leipzig. Viele davon kennt Ulrike von Radowitz persönlich. Deswegen ist dieses Projekt für sie eine Herzensangelegenheit. „Ich habe mit vielen Leuten hier gesprochen. Alle waren begeistert von der Idee und der Bedarf ist groß.“ Für die betriebsnahe Kita sprechen aber auch handfeste ökonomische Gründe. Mitarbeiter, die ihre Kinder gut und liebevoll betreut wissen, können sich ihren beruflichen Aufgaben voll motiviert widmen. Und Chefs, die einen solchen Standortvorteil bieten können, haben die Nase bei qualifizierten, jungen Fachkräften vorn.

Auch beim MDR bekommt das Projekt Unterstützung von höchster Stelle. Intendant Prof. Dr. Udo Reiter sagt: „Ich habe in meiner Umgebung gesehen, wie schwierig es für junge Mütter ist, Beruf und Kinderbetreuung zu verbinden. Das hat mich nachdenklich gemacht und am Ende veranlasst, die Sache anzugehen.“ Dem MDR steht übrigens auch das Recht zur Namensgebung für die betriebsnahe Kita zu.

Wenn alles gut läuft, können schon in einem Jahr hier Kinder spielen. Mitarbeiter von Firmen in der media city leipzig, die Bedarf anmelden wollen, können sich an der Rezeption unverbindlich in eine Liste eintragen.

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