01/01/70

Bunte Zeichen setzen

Wir leben im Zeitalter permanenter Konsum-Reizüberflutung. Bunte Werbetafeln, unendlich lange TV-Werbepausen und volle Briefkästen sind tägliche Zeugen. Doch gehört Werbung genau so zum Geschäft wie das Produkt, das man verkauft. Ein Weg, die Kundschaft zu erreichen, sind Werbemittel. Mit ihnen erreicht das Unternehmen den Kunden direkt und ohne Streuverlust, sie schaffen Sympathie und bleiben durch ihre Gegenständlichkeit besonders lange in Gebrauch und Erinnerung. Doch um aus der Masse der Kugelschreiber, Feuerzeuge und Mousepads herauszuragen und Neues zu wagen, fehlt es vielen Unternehmen an Zeit - und der pfiffigen Idee.

Speziell für diese gibt es die Firma Druckzeichen. Im Haus 11 der media city leipzig sitzen an großen Fenstern mit herrlichem Blick auf den mediterran gestalteten Innenhof Geschäftsführer Uleff Marx und Mitarbeiterin Jana Scholkmann. „Druckzeichen ist ein Werbemittelhändler“, erklärt Jana Scholkmann, „wir vermitteln und realisieren Werbedienstleistungen jeglicher Art.“ Auf der gegenüberliegenden Seite stehen zwei Glasvitrinen, prall gefüllt mit Ergebnissen ihrer Arbeit: Bunte Merchandisingprodukte, Basecaps, Tassen, Kugelschreiber. Die Palette der Werbemittel ist dabei groß: Manche wandern als Lanyard ans Schlüsselbund, andere stehen jeden Morgen mit Kaffee gefüllt auf dem Frühstückstisch oder werden als T-Shirt bis Unkenntlichkeit abgetragen.

„Etliche Kunden wollen eine Werbeaktion starten und wissen nicht genau, was sie wollen“, ergänzt Jana Scholkmann, „dann suchen wir entsprechend dem Werbewunsch und der Marketingmaßnahme das passende Produkt heraus, das sowohl individuell sein sollte als auch zum Profil des Unternehmen passen muss. Dass dabei schon mal verrückte Sachen rauskommen, sieht man an der schon erwähnten Vitrine, die voll gestellt ist mit originellen Produkten und eher an einen Souvenirshop erinnern. Einer der Kunden ist unverkennbar der neu eröffnete mcl-Shop im Foyer der media city leipzig mit Uhren, Wärmekissen, Verbandskästen mit dem Logo von „In-aller-Freundschaft“.

Wie Uleff Marx erklärt, arbeite Druckzeichen dabei mit einem festen Stamm von Grafikern, Lieferanten und Druckereien zusammen, um schnell auf die Wünsche der Kunden reagieren zu können. Dabei bietet der Sitz in der media city leipzig ideale Voraussetzungen. Zum einen arbeitet Druckzeichen eng mit dem MDR zusammen, viele Kunden sitzen im selben Haus. Anderer Vorteil ist die medientechnische Ausstattung, die direkte Anbindung ans Internet ist für die zu übermitteltenden Datenmengen optimal. „Dritter Grund war natürlich unser schönes Büro mit direkten Blick in den Garten“, erzählt schmunzelnd Uleff Marx.

Dass dieser durchaus inspirierend sein kann, beweist das zweite Standbein, das Uleff Marx gerade aufbaut. Hörzeichen heißt das Label, unter dem Marx Hörbücher verkauft. Der noch kleine Hörbuch-Verlag kauft bei MDR fertige Produktionen in Lizenz ein, dann folgen Gestaltung, Pressung und der Vertrieb im Buchhandel oder auf Messen. Bis jetzt allerdings sei Hörzeichen eher ein aufwändiges Hobby, so Marx, denn „Hörbücher sind nach wie vor ein Nischenprodukt, das nur drei Prozent des gesamten Buchmarktes ausmacht.“ Und dort tummeln sich allein 200 Verlage, wobei der Hörverlag München mit 40 Prozent Anteil absoluter Marktführer ist.